Kleines HIV-Lexikon

BezeichnungErklärung
Adherence(engl. Einhaltung, Fügsamkeit) beschreibt die Bereitschaft, die gemeinsam von Arzt und Patient erarbeiteten ärztlichen Anweisungen und Therapievorgaben zu folgen. Berücksichtigt werden die persönlichen, individuellen Bedürfnisse, damit der Patient das therapeutische Ziel erreichen kann.
CCR5- AntagonistenCCR5 ist ein wichtiger Co-Rezeptor, der eine wichtige Rolle für das Andocken der Viruszellen spielt. CCR5-Antagonisten verhindern das Eindringen der HI-Viren in die Immunzellen.
Compliance(engl. Einhaltung). Bezogen auf die HIV-Therapie bedeutet dies die Einhaltung der Einnahmevorschriften der HIV-Medikamente.
geboostetAls geboostet bezeichnet man Medikamente, deren Wirksamkeit gesteigert wird, in dem ein Arzneimittel gleichzeitig gegeben wird, das den Abbau des Medikamentes im Organismus verlangsamt.
HAARTHAART ist eine Abkürzung für „Highly Active Antiretroviral Therapy“ (= hochwirksame antiretrovirale Therapie). Diese Bezeichnung beinhaltet eine hochwirksame antiretrovirale Arzneimitteltherapie. Ziel dieser Therapie ist es, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu senken. Da heutzutage jede Arzneimitteltherapie dieses Therapieziel verfolgt, spricht man von ART “Active Antiretroviral Therapie“.
HelferzellenHelferzellen (CD4-Zellen) ist eine Untergruppe der Lymphozyten (weiße Blutkörperchen). Sie sind für die Immunabwehr wichtig, da sie für die Bildung von Antikörpern verantwortlich sind. Das HI-Virus zerstört diese Zellen.
Integrase-HemmerHI-Viren können sich nur vermehren, wenn sie ihre Erbinformationen (DNA) in die DNA der Wirtszelle einschleusen können. Durch die Hemmung der Integrase wird die Einbindung des Viruserbgutes in das menschliche Erbgut verhindert.
LipoatrophieUnter Lipoatrophie versteht man verstärkten Fettabbau. Dieser ist besonders deutlich an Beinen und Armen. Auch der Gesichtsbereich kann von dieser Symptomatik betroffen sein.
LipodystrophieUnter Lipodystrophie versteht man Veränderungen des Fettstoffwechsels, die sowohl zu einer Ab- bzw. Zunahme des Fettgewebes an bestimmten Körperstellen führen. Bei HIV-Infektionen treten diese Symptome im Rahmen der antiretroviralen Therapie häufiger auf.
PEPDie Abkürzung PEP steht für Post-Expositions-Prophylaxe. Kurzeittherapie als Notfallmaßnahme nach einer möglichen HIV-Infektion.
PrEPAbkürzung für Präexpositionsprophylaxe. Medikamentöse Präventionsprophylaxe bevor überhaupt eine mögliche Infektion aufgetreten ist. Zur Zeit werden Arzneimittel zur HIV-Präepositionsprophylaxe in Studien untersucht. Ihre Wirksamkeit ist derzeit nicht erwiesen. Insofern gilt als sichere HIV-PrEP bei Sexualkontakten: Safer Sex.
PrimärinfektionAuftreten von unspezifischen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost. Durchfall, Hautausschlag als Anzeichen einer frischen HIV-Infektion.
ProteasehemmerGemäß der viralen Erbinformation müssen für die Virusvermehrung Eiweiße zur Verfügung gestellt werden, Diese Eiweiße werden durch Proteasen entsprechend zugeschnitten. Dieser Schritt unterbleibt durch die Proteasen Hemmer.
ResistenzMit Resistenz bezeichnet man die Widerstandsfähigkeit von Arzneimitteln gegenüber Keimen. Folgewirkung der Resistenz ist der Wirkungsverlust der Medikamente. Eine Resistenz von antiretroviralen Arzneimitteln tritt insbesondere bei unregelmäßiger Einnahme auf.
SerodiskordanzDer Begriff beschreibt das unterschiedliche Untersuchungsergebnis bei der Untersuchung des Serostatus von Paaren. Wenn also ein Partner HIV-positiv und der andere Partner negativ ist, handelt es sich um ein serodiskordantes bzw. diskor.
SerostatusZustand des Blutserums. Die Bezeichnung HIV-positiv bzw. HIV-negativ bezeichnen den Serostatus.
SubstanzklassenAntrerovirale Medikamente werden in 5 verschiedene Substanzklassen unterteilt, die die Virusvermehrung auf verschiedenen Wegen unterbinden:
  • NRTI/NtRTI (Nukleosid/Nukleotid-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren)
  • NNRTI (Nicht nukleosidale-Reverse-Transkriptase-Inhibitoren)
  • PI (Protease Inhibitoren)
  • FI (Fusionsinhibitoren)
  • INI (Integraseinhitoren)
ViruslastAls Viruslast bezeichnet man die Anzahl der Viruskopien pro ml Blut. Sie wird durch einen Bluttest nachgewiesen. Ist die Anzahl der Viruskopien bei 0 -50 pro ml Blut, liegt die Viruslast des Patienten „unter der Nachweisgrenze“.
Vollbild AidsBezeichnet das Stadium, in dem die volle Ausprägung der erworbenen Immunschwäche erreicht ist und in dem schwere (auch lebensbedrohliche) Erkrankungen auftreten.
Als Anzeichen des AIDS-Vollbildes werden z.B. angesehen:
  • Befall durch atypische Mykobakterien (Mycobacterium-avium-Komplex)
  • Befall verschiedenster Organe mit einem Virus der Herpesviren-Gruppe (CMV-Infektion = Cytomegalie-Virus-Infektion)
  • Lungenentzündung (PcP = Pneumocystis carinii-Pneumonie), die durch einen einzelligen Mikroorganismus verursacht wird
  • Speiseröhrenbefall durch Pilzinfektion (Soorösophagitis)
  • Tuberkulose